Die Gemeinde Pastetten

Geschichte

Birkeln – Dürnberg – Erlbach – Fendsbach – Harrain – Harthofen – Katterloh – Moosstetten – Oberschwillach – Ötz - Pastetten – Poigenberg – Reithofen – Taing – Zeilern

Unsere Heimat ist ein uraltes Kulturland, wo seit rund einem Jahrtausend bodenständiges Bauerntum verwurzelt ist. An der Straße Erding – Hohenlinden und der wichtigen Verbindungsstraße nach Markt Schwaben liegt die Gemeinde seit alters her im Einflussbereich altbayrischen Lebens. Darum will diese Handschrift die wichtigsten historischen Stationen der Allgemeinheit unseren Gästen und vor allem unserer Jugend nahe bringen.

Pastetten Postkarte

Anno 957 wird Pastetten erstmals als „Poustetin“ (später Povsteti) urkundlich genannt, als Bischof Abraham von seinem Vasallen, dem Edlen Altuom, Liegenschaften und Unfreie zwischen Pastetten und Matzling und andere wieder zu Wasentegernbach tauscht. Etwa 1483 erhielten die Preysing zu Kopfsburg, die auch Pastetten besaßen, hier die Hofmarksgerechtigkeit. In der Urkunde heißt es: „Pästeten, ein Hofmarch, den Preisingern zu Kopfsburg gehörig, hat khain Sütz, ein Tafern, ein Schmidt, ein Pad“
Eine Steuerbeschreibung von 1671 gibt genauen Aufschluss über Hofmark und Vogtei Pastetten. Hier wird Hans Pögl als Hofmarktsamtmann genannt und dass u.a. die Klöster Rott und Heiligenthal in Pastetten Besitz hatten. Seit 1682 bis zur Säkularisation ist das Hochstift Freising Inhaber der Hofmark. Unsere St. Martinskirche ist mit Ihrer sehr guten Figurenausstattung der Spätgotik ein Backsteinbau, der anstelle einer weit älteren und kleineren Kirche um 1400 errichtet sein dürfte.
Nach einer Besitzurkunde des Erzbistums Salzburg hat anno 930 ein bischöflich Freisinger Dienstmann Wilhelm seinen Besitz zu Poigenberg dem Salzburger Bischof geschenkt und dafür auf Lebenszeit das Dorf „Revthouen“ (Reithofen) zum Lehen erhalten. 1315 wird „Revthouen“ als Filiale der Pfarrei Pemmering aufgeführt. Schon früh war Reithofen ein herzogliches Amt, zu dem z.B. 1571 alle umliegenden Obmannschaften gehörten. Die Michaelskirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und hat als zweiten Patron die Heiligen Drei Könige. Hieraus erklären sich auch die Pferderennen, die früher am Dreikönigstag in Reithofen durchgeführt wurden.

Reithofen Postkarte

Poigenberg wird 926-937 erstmals erwähnt, als Bischof Wolfram von dem Edlen Cotahelm einen Besitz zu Straßlach gegen einen solchen zu Puipinperc eintauscht.
 Auch Kloster Ebersberg verzeichnet anno 935 die Ortschaft. Wir erfahren hier, dass der Salzburger Ministeriale Ebaro von Puipinperc (Poigenberg) sein Gut in Froschheim dem Kloster Ebersberg schenkt. 1255 überläßt hier Otto von Steinhart einen Hof dem Kloster Rott. Man hat auch Hinweise auf einen Edelsitz, der dem Schreiber zu München und den Edlen Kammrern gehört haben soll. Anfang des 14. Jahrhunderts hören wir wieder von einem Hermann von Puigenperch. Poigenberg war lange Jahrhunderte Pfarrei und gehörte schon 1376 zum Dekanant Erding. 1854 wurde dann der Pfarrsitz nach Pastetten transferiert.
Taing, an der Altstraße Pastetten – Zeilern wird 1006 beurkundet, als Bischof Engilbert einen Tausch von Grundstücken vornimmt, bei dem auch ein Gut „in loco Tiginga“ (Taing) den Besitzer wechselt. Im Ebersberger Cartular heißt es 1150 „Teiingun“. Die hoch über das Schwillachtal ragende Ottilienkirche ist als alter Wallfahrtsort bekannt geworden und war besonders im 18./19. Jahrhundert stark besucht. Ihre erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1315, der heutige Bau dürfte zwischen 1430 – 50 entstanden sein. Als Naturalopfer wurden im Mittelalter in Taing Eier gegeben.
Harthofen wird 1181 bekannt, als Bischof Adalbert (1158 – 1184) seinen ererbten väterlichen Besitz zu „Harthofen“ dem Dom zu Freising schenkt. 1315 gehört die Filialkirche Hartouen zur Pfarrei Buch. Hier wurden , wie Aufzeichnungen erzählen, Kälber als Naturalopfer dargebracht, aus deren Erlös z.B. 1690 fünf Gulden und 35 Kreuzer erzielt wurden.

Postkarte Harthofen 1917

Erlbach (Erlapach) wird schon am 20. September 828 genannt, als unter Bischof Hitto hier der Priester Rihpald seinen Besitz übergibt.
Natürlich musste unsere Heimat in allen Kriegs- und Notzeiten der bayrischen Lande schwer leiden. Besonders die Ortsteile an den alten Straßen litten schon im Mittelalter unter den dauernden Landesfehden. Vor allem aus dem Dreißigjährigen Krieg sind die Schrecken von Mord und Brand überliefert, als 1632 die Schweden und 1649/50, als, schon nach dem wetf. Frieden, die Kaiserlichen unsere Gegend plünderten. Viele Bauern waren mit den Ihren in den Ebersberger Forst geflüchtet, wo sie oft monatelang mit wenigem Vieh ihr Leben fristeten. In der Folge konnte man leerstehende Höfe für 3 bis 10 Gulden erwerben. Die Erbfolgekriege des 18. Jahrhunderts brachten Truppendurchzüge und Requirierungen, die sog. Napolionischen Kriege, bis 1809, Zwangsrekrutierungen. Die Kriege der Neuzeit, besonders aber die beiden großen Weltkriege, forderten ihren hohen Blutzoll von den Söhnen der Gemeinde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und besonders nach der Währungsreform, 1948 nahm auch unsere Gemeinde, im Rahmen der allgemeinen Wirtschaftskonjunktur eine glückliche Entwicklung. Der Katalog der durchgeführten Maßnahmen der Gemeindeväter ist groß. So wurden u.a. neue Straßen angelegt, andere ausgebaut, eine neue Wasserversorgung erstellt, Schulausbau und Neubau durchgeführt, die Flurbereinigung eingelegt, verschiedene Wohn- und Zweckbauten erstellt, die Kirche renoviert und vieles anderes mehr. Möge nun die Gemeinde weiterhin einer glücklichen Zukunft entgegengehen zum Wohle aller, die sich stets ihrer uralten bayrischen Tradition bewusst sein mögen.
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